Erster Eintrag

Sonntag, 17.04.2011

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.

Taiyuan

Sonntag, 17.04.2011

Ich bin am Freitag in Taiyuan angekommen. Leider ist es hier ganz anders als erwartet. Es ist laut, dreckig und es riecht oftmals sehr komisch. Es fällt mir sehr schwer mich an die Lebensumstände hier zu gewöhnen. Die Armut ist sehr groß und das sieht man auch, wenn man in meinem Appartment aus dem Fenster sieht. Das zu sehen, wie manche Leute leben müssen tut mir sehr weh. Wenn man sowas gesehen hat, weiß man das Leben in Deutschland absolut zu schätzen. Auch nachts ist es hier extrem laut und es fällt mir sehr schwer zu schlafen. Wie Micher immer sagt: "Der Chinese schläft nicht." Wie wahr wie wahr. Ruhezeiten gibt es hier nicht..hier wird auch nachts noch schön auf den Baustellen rumgehämmert (Herr An, mein Chef, hat mir erzählt, dass die Regierung in Taiyuan angeordnet hat, dass alle Baustellen bis zum Jahresende beseitigt werden müssen..) Abgesehen davon, dass Taiyuan eine einzige Baustelle ist.

Das Essen schmeckt mir hier leider nicht besonders. Die Gewürze, die verwendet werden, schlagen mir auf den Magen. Dazu kommt, dass alles scharf ist.  Das Problem ist, dass man regelmäßig zum Essen eingeladen wird und traditionell chinesische Gerichte aufgetischt bekommt, wie zum Beispiel frittierte Entenknochen. (Schmeckt nicht besonders...)

Noch 85 Tage

Mittwoch, 20.04.2011

Ich habe mich mittlerweile etwas eingelebt.

In den letzten Tagen habe ich sehr viel unternommen und natürlich auch viele Fotos gemacht.

Ich war im Jinci Tempel und auch hier ganz in der Nähe im Park. Dabei sind sehr viele schöne Fotos entstanden.

Trotzdem ist es hier immer noch extrem laut und dreckig. Dazu kommt, dass es richtig stinkt. Der Unterricht mit den Kursteilnehmern läuft zwar relativ zäh, aber es wird von Tag zu Tag besser.

Das frühe Aufstehen fällt mir sehr schwer, deshalb versuche ich heute mal etwas früher ins bett zu kommen.Blöderweise habe ich gerade etwas Hunger. Das Problem ist, dass die Butter, die ich mir hier für viel Geld gekauft habe, in meinem Kühlschrank eingefroren ist. Abgesehen davon, macht es wirklich keinen Spaß allein zu essen.

Ich werde gezwungen mehr zu schreiben^^

Freitag, 06.05.2011

Da sich schon Beschwerden angesammelt haben, werde ich versuchen mich hier mal öfter blicken zu lassen ;)

Am 1. Mai ist hier Tag der Arbeit. Dieser Tag wird ganz groß gefeiert und alle bekommen für ein paar Tage frei.

Auch ich hatte frei (vom 30.4.-2.5.) und habe eine kleine Rundreise durch Jincheng gemacht (etwa 3 Stunden von Taiyuan entfernt).

Am Samstag sind wir (insgesamt sieben Personen) nach Huang Cheng Xiang Fu gefahren.

Das ist der Wohnsitz des Ministerpräsidenten Chen Jingting, welcher auch von dem Kaiser Kangxi (Qing Dynastie: 1644-1911) besucht wurde.                                                                                                                          Dieser Wohnsitz ist ein riesiger Komplex bestehend aus mehreren Häusern, für die Familie, für Gäste, aber auch für die Armee und Bedienstete und ist schon über 500 Jahre alt.                                                                                                                      Dort befindet sich zum Beispiel auch ein kleines Musem, in dem vom Kaiser Kangxi geschriebene Wörterbücher (Chinesisch, Japanisch, Englisch) ausgestellt wurden.

Nach einer Mittagspause in einer kleinen, äußerst befremdlichen Kaschemme, bei tausendjährigen Eiern (ja, ich habe es probiert), anderen bizarren Gerichten und heißem Wasser, sind wir zum Jiunü Xianhu (See) gefahren.  

Der See wurde einer Legende zufolge benannt, in der die neunte Tochter (Jiunü) des Jadekaisers Yuhuang (der höchste Gott des Taoismus, der über Himmel und Erde Herrscht) immer in dem See badete.                                                                             Er hat eine Länge von über 10 km und eine totale Fläche von 13 km². Um jedoch erstmal an den See zu gelangen, mussten wir erst die downhill stairs hinuntersteigen...das sind mindestens 500, wenn nicht sogar 1000 Stufen bis nach unten. Schließlich haben meine Beine nur noch gebrannt und gezittert.

Unten angekommen, sind wir mit einem Motorboot über den See geflitzt, was sehr erfrischend war und uns viel Spaß bereitet hat. Die Landschaft war ein Traum und wirklich sehenswert.

Am nächsten Tag hatte ich derartige Schmerzen in meinen Waden, so dass ich mich kaum bewegen konnte. Aber das hat uns natürlich nicht davon abgehalten eine neunstündige Wanderung zu machen...

Diesmal sollte es der Manghe sein.Ein Naturreservat, das sich im Tal einer Vielzahl von Bergen befindet, mit einer Reihe an kleineren Wasserfällen, Seen, Höhlen sowie einem Affenfelsen, aus dem Makaken leben, Kiefern und Zypressen.

Eine Idylle sondergleichen. Dort wär es wahrscheinlich schöner gewesen, wenn wir nicht an einem Feiertag dorthin gefahren wären, einen Parkplatz bekommen hätten (und nicht über eine Stunde für den Weg nach unten gebraucht hätten - den Weg mussten wir am Ende des Tages auch wieder hoch...) und nicht eine Millionen Menschen in dem Reservat gewesen wären. Aber die wunderschöne Landschaft hat dies wieder gut gemacht.

Abends, nach dem neun Stunden Marsch bin ich einfach nur noch tot ins Bett gefallen. Ich wollte und konnte mich nicht mehr bewegen.

Das Hotel war übrigens sehr luxuriös...siehe Foto :)

Sommerregen

Montag, 16.05.2011

Dieses Wochenende war einfach fantastisch.

Nachdem ich die letzten Tage so viel lernen und Hausaufgaben korrigieren musste und einfach den ganzen Tag nur schlafen konnte (vielleicht lags am Wetter??) habe ich endlich mal wieder ein tolles Wochenende gehabt.

Am Samstag wurden meine Kollegin und ich von einem Kollegen zum Essen eingeladen. Er hat Deutsch in Xi'an studiert und konnte verdammt gut Deutsch. Kaum zu glauben, dass er noch nie in Deutschland war. Er ist der Meinung, dass er niemals nach Deutschland kommen kann, was ich sehr schade finde.

Nach dem Essen wurde ich von einem ehemaligen Kursteilnehmer aus dem Jahr 20008/2009 zum Wandern eingeladen. Wir (eine Kollegin, die im gleichen Jahrgang war und jetzt im Sprachzentrum arbeitet, ich und der Kursteilnehmer) sind also zusammen zum Er Long Shan gefahren. Ein Berg in der Nähe der Chinesischen Nord-Universität.

Der Trip hat ca 3 Stunden gedauert. Bei über 400 Stufen (ich habe nur beim runtergehen gezählt, aber ich bin mir sicher, dass es beim Aufstieg mehr war!) und praller Sonne kam man ganz schön ins schwitzen. Aber der Ausblick auf die wunderschöne Landschaft hat mich alles vergessen lassen...bis ich wieder runter musste. Danach haben wir uns noch die Uni, die Bibliothek und den Sportplatz angesehen. Ein riesiger Campus.

Gegen Abend sind wir noch essen gegangen. Es gab Feuertopf. Dazu einige Fleischsorten (Rind und Ziege), Kartoffeln, Süßkartoffeln, Salate, etc etc. und das wurde dann alles in den Pott geworfen, gegart und mit Sesamsoße gegessen. Es geht.

Spät gegen 22 Uhr bin ich dann nach Hause gekommen.

Am nächsten Tag ging es um 8 Uhr wieder los. Treffpunkt Sprachzentrum.

Eine Kursteilnehmerin, ihr Vater, eine Kollegin und ich haben einen Trip zur Glasmanufaktur Shanxi gemacht (Ca. 1/3 des Weltexports an Glaswaren habe ich mir sagen lassen).

Ich habe gesehen, wie Glaswaren geblasen, bemalt und geschliffen wurden. Es war heiß und die schwüle, staubige Luft war durchtränkt von Lösungsmittelgeruch. Trotzdem war die Besichtigung sehr interessant.Der Leiter hat für uns alle möglichen Glaswaren einpacken lassen.

Nach der Besichtigung ging es in ein Restaurant im Qi Xian Hotel. Es war sehr lecker, aber danach bin ich nur noch aus dem Restaurant gerollt.

Dort war auch ein Künstler. Ein Freund des Leiters der Manufaktur, der verschiedene Designs für die Glasmanufaktur gemacht hat und als Fotograf arbeitet hat mir dann einen chinesischen Namen verpasst. Xia Yu. Sommerregen. Er sagte, dass Regen eine Art Glückssymbol ist und Geld verkörpert. So wie man den Regen mit Behältern sammeln kann, so soll ich auch das Geld sammeln.Fand ich ganz nett. Nach dem Mittagessen hat uns der Künstler noch zu sich nach Hause eingeladen und mir eines seiner Bücher geschenkt mit persönlicher Widmung (ich muss die noch übersetzen...)  Das fand ich wirklich sehr nett.

Auf dem Weg weiter sind wir an chinesischen Dörfern vorbeigefahren.

Später sind wir dann zum Qiao Familienhof gefahren. Es war sehr interessant. Der Familienhof besteht aus 6 Höfen mit insgesamt 316 Zimmern. Ein riesen Ding, fast schon etwas anstrengend in der prallen Sonne mit so vielen Menschen...und dann noch Fotos über Fotos machen...

Naja, aber es war sehr nett und gegen Abend tat mir einfach nur noch alles weh. In Taiyuan angekommen haben wir nochmals zusammen gegessen und dann wurde ich nach Hause gefahren.

Die Bilanz des Tages: Ich bin bestimmt auf 100 Fremden Fotoapparaten drauf, ich habe ein Buch, 3 Gläser, 1 Karaffe, Essig (sehr bekannt für Taiyuan), einen Fächer, eine Trommel, und 2 Rasseln geschenkt bekommen. Ich habe nichtmal sooo viele Souvenirs gekauft und ich befürchte mein Koffer übersteigt die 20 Kg bei weitem. Ich muss mich mal informieren was ein zweites Gepäckstück kostet. Überrascht

 

Heute sind es glaube ich nur noch 59 Tage..

Einmal Beijing und zurück bitte!!

Mittwoch, 01.06.2011

In den Tagen vom 29.5. bis 31.3. war ich in Beijing. Kultur im Schnelldurchlauf...

Sonntag, 29.05.:

Morgens um kurz nach acht wartete mein Taxi vor der Tür, das mich und eine Kursteilnehmerin zum Bahnhof bringen sollte. Unterwegs kam der Taxifahrer auf die Idee einen guten Freund mitzunehmen, okeee...

Am Bahnhof angekommen, fing mein Herz an wie wild zu schlagen, so ein Stress! Ich dachte schon, ok das wars jetzt! Dieser Zustand hielt über all die vielen Sicherheitskontrollen bis hin zum Warten in der Wartehalle und dem Weg zur Bahn an, bis ich endlich in der Bahn saß...

Unterwegs hat mich ein chinesisch Aussehender scheinbar-Chinese auf englisch angesprochen, ob ich Amerikanerin sei -.- (Wie oft wurde ich das jetzt schon gefragt?) ich sagte, dass ich Deutsche bin - auf chinesisch - da guckte er mich ganz verdutzt an, was in mir den Eindruck bestätigte, dass er kein Chinesisch sprach..(ich habe aber nicht nachgefragt, sondern danach einfach englisch gesprochen...)

Er sagte, er komme aus Canada und würde jeden Monat für eine Woche nach Taiyuan reisen. Er sei dort geboren.. Während ich mir das so anhörte, ratterte es in meinem Gehirn...ich dachte, wooos? Einmal in einem Monat für eine Woche, also 12 Mal im Jahr für eine Woche? Welcher Mensch kann sich das leisten und wer hat SO VIEL Urlaub?! Und wer will das?? ...Ich hab mich nicht getraut zu fragen, was er beruflich macht...vielleicht hätte er mich sonst töten müssen, weil ich zu viel weiß... Stattdessen habe ich nur gefragt, ob es denn nicht furchtbar anstrengend sei, sich das jeden Monat zu geben...Kurze Antwort: Gewohnheit....okee...

Gegen Mittag sind wir dann angekommen...noch mehr Stress...so viele Menschen, oh mein Gott! Also ganz schnell weg hier und ab in ein Fastfoodrestaurant. Dort hat einer meiner Kursteilnehmer schon was bestellt und ich dachte, gut bestellste auch was. Ich stell mich also an die Theke und bestell auf Chinesisch einen nicht scharfen Chickenburger, da springt mein Kursteilnehmer dazwischen, dass er doch schon für mich bestellt habe....Ich dachte nur: wtf..woher will der wissen, was ich essen möchte?? Ok..der Burger war richtig, aber wo sind meine Pommes bitte..hallooo? ;) Nach dem nun kurzen Aufenthalt im KFC und ca 9 Burgern und 9 Colas reicher, sind wir mit unserer Beute auf einen Parkplatz gegangen, wo bereits ein Auto auf uns wartete. Wir waren also sieben Leute und stiegen auch ein in ein Auto für 7..in dem saßen aber schon 2 Leute, also wurde aus dem einsteigen dann doch eher ein reinquetschen. Dieser Zustand hielt aber nicht sehr lange an, da die beiden Freunde, denen das Auto gehörte, nach Hause gefahren sind.

So sind wir dann ganz gemütlich zur Chinesischen Mauer (Teil von Badaling - hier ist der bekannteste restaurierte Mauerabschnitt, ca. 70-80 km nordwestlich von Peking) gefahren! Das einzige Problem war, dass das Wetter wirklich ein Reinfall war und ich nur dachte...da hast du einmal die Möglichkeit die Chinesische Mauer zu sehen und dann siehst du die Hand vor den Augen nicht, so neblig ist es!!! Aber Abwarten und heißes Wasser trinken.... (soll ja gesund sein habe ich gehört..."Ich habe Kopfschmerzen" - "Du musst mehr heißes Wasser trinken", Ich habe Halsschmerzen" - "Du musst mehr heißes Wasser trinken" , "Ich habe mir mein Bein gebrochen" - "Du musst mehr heißes Wasser trinken", usw..)

Der Abschnitt, den ich besucht habe, befindet sich auf dem Jundu Shan (Berg) und wurde während der Ming Dynastie erbaut. Dieser Abschnitt wurde restauriert und im Jahr 1957 zum ersten Mal für Touristen zugänglich gemacht.

An der Mauer Angekommen war ich tatsächlich aufgeregt. Ein Kindheitstraum, von dem ich niemals geglaubt hätte, dass er wahr wird, geht für mich in Erfüllung. So ein Gefühl ist unbeschreiblich! Bis ich dann erfahren habe, dass wir mit der Seilbahn da hoch müssen. Ich weiß nicht wie hoch wir gefahren sind, aber es war verdammt hoch und die Seilbahn hat furchtbar gewackelt..Ich hatte Panik und bin am Ende nur noch aus dem Ding rausgesprungen!!

Am Anfang der Tour war die Mauer doch recht belebt, jung und alt kletterten den so steilen Teil der Mauer hinauf, wie vom wilden Hans gebissen. Es war so anstrengend, dass ich mir erst dachte - gut, du warst auf der Mauer, jetzt kannst du wieder zurück; dann aber habe ich gesehen, wieviele ältere Menschen die wirklich steile Passage hochkraxelten..unglaublich...und da dachte ich - halt durch, halt durch!! Nach einigen hundert Metern wurde es immer ruhiger,bis fast niemand mehr außer unserer Gruppe zu sehen war. Doch zog jetzt ein Gewitter auf. Chinesische Mauer+Gewitter=Freude! Wir hatten aber Glück, denn ein Turm, wahrscheinlich eines der zahlreichen Waffenlager oder Signaltürme, die sich über die Mauer erstrecken, hat uns und vielen anderen Menschen Schutz vor dem Unwetter geboten. Nach einer Weile hörte es dann auf zu plästern und auch der Nebel war verschwunden.. Es war ein so wunderschöner und beeindruckender Moment, dass ich mich nicht traue, das in Worte zu fassen. Bei diesem Anblick waren all die Anstrengung und Schmerzen in meinen Füßen vergessen. Bis sich einer von uns so richtig auf die Schnauze gelegt hat, denn durch den ganzen Staub und das Regenwasser bildete sich eine regelrechte Schmierschicht auf dem Boden, die uns zu einer fiesen und gefährlichen Schlitterpartie herausforderte. Im Endeffekt ist bis auf blutige Ellbogen jedoch nicht viel passiert.

Nach dem Anstrengenden Marsch sind wir dann ins Hotel gefahren. Keine Angenehme Überraschung, denn mein Zimmer grenzte direkt an die Küche (also Fenster zu Fenster). Es mockte nach Fett und es war richtig schwül.Von dem Krach ganz zu Schweigen..aber das habe ich erst am nächsten Tag um halb sechs erfahren dürfen. Vor allem auch was es an diesem Tag zu essen gibt (vorwiegend Jiaozi, Baozi, Bingzi  - Ich bin mir fast sicher, dass jede Speise die auf "zi" endet essbar ist...) Ich glaube der chinesische Blosnichtschlafen-Gott wacht ganz besonders über mich. Ich hoffe, der bleibt bei meiner Rückreise nach Deutschland in China...

Abends sind wir zu einer Grillstube gefahren. Bei Grillfleisch, Sushi und geröstetem Honigbrot (superlecker) in einem netten, modernen sowie westlich orientiertem Restaurant haben wir uns nett unterhalten. Eine wirklich gemütliche Atmosphäre!

Nach dem Essen sind wir nach Houhai gegangen: Hier gibt es viele gute Clubs, Restaurants, Teestuben und Bars. In einer der tollen Bars haben wir bei Livemusik (ich musste auch singen - wieder einmal) dann den restlichen Abend verbracht. Sehr gemütlich! Aber ich war sehr froh, als es dann ins Hotel ging!!! Oder auch nicht....

 

Montag, 30.5.:

Am nächsten Morgen war ich wie gesagt  bereits um halb sechs wach, was aber nicht so schlimm war. Ich habe ein bisschen Fern gesehen - auf chinesisch versteht sich und musste eh um 7 Uhr vor dem Hotel warten, denn ich hatte eine Reise gebucht, mit englischsprachigem Tourguide. Die Gruppe war bunt gemischt. Chinesen, die in Amerika leben, eine äußerst eigenartige New Yorkerin, scheinbar sehr reich, ein nettes australisches Pärchen, alte Menschen aus irgendwo (ich konnte die Sprache beim besten Willen nicht identifizieren!) sowie zwei Schweizerinnen (Mutter und Tochter), mit denen ich gegen Ende der Reise auch sehr viel auf Deutsch sprechen konnte - übrigens geht es der Tochter auch sehr schlecht (sie ist so zwischen 30 und 40 und muss einen Monat in Peking arbeiten).

Die Tour: Forbidden City - Temple of Heaven - Summerpalace; with traditional chinese Lunch

 

Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt befindet im Zentrum von Peking und war eine Wohn- und Regierungsstätte der Kaiser zur Ming und Qing Zeit. Der Name "Verbotene Stadt" rührt daher, dass einfache Bürger diesen Komplex nicht betreten durften. Die Verbotene Stadt, die zum Weltkulturerbe gehört, hat eine Gesamtfläche von ca 720000 m², allerdings sind "nur" 150000 m² von 890 Palästen bebaut. Diese bestehen aus insgesamt 9999,5 Räumen. Eigentlich sind es wohl 10000 Räume, jedoch ist die Zahl 10000 "heilig" und nur der Himmel besaß 10000 Räume. Die Anzahl der Räume zeigt aber auch, wie mächtig die Kaiser damals waren. Abgerundet von echten Jadekunstwerken sowie viel Gold und Silber, sowie gold-gelben Dächern (die Farbe des Kaisers) ist dieser Komplex, der im Feng Shui angeordnet ist, ein wirklich unglaubliches Meisterwerk. Außerdem wird dieser Komplex wird von einer 10 m hohen Mauer umgeben, 3428 m lang ist. In jede Himmelsrichtung wird die Mauer von einem Tor geteilt.

 

Nach dem Besuch der Verbotenen Stadt ging es weiter zum Himmelstempel.

 

Der Himmelstempel

Der Himmelstempel ist eine Gebetsstätte der Kaiser der MIng und Qing Dynastien. Um zu diesem Tempel zu gelangen muss man einen riesigen Park durchqueren. In diesem Park treffen sich viele Menschen um Sport zu machen oder zu tanzen.Ein schöner Anblick!

Der wichtigste Teil des Tempels ist die Halle der Ernteopfer. Dieses Gebäude hat einen kreisförmigen Grundriss auf einer dreistufigen Marmorterrasse, die, laut des Tourguides, das Gebäude bei einem schweren Erdbeben vor dem Einsturz geschützt habe. Somit ist dieses Gebäude wohl einsturzsicher.

Die Halle des Himmelsgewölbes, die ebenfalls zu der Anlage des Himmelstempels gehört, habe ich leider nicht gesehen.

 

Nach dem kurzen Besuch gab es dann das hoch angepriesene Chinese Lunch with one drink for free...hab schon besseres gegessen und dieses eine Getränk war eine Unverschämtheit, aber gut, was will man sagen. Danach wurden wir in eine Perlenfabrik geschleppt, war ja klar...ich bin nur blöd, dass ich mir das nicht vorher gedacht habe. Ich hab dann ne knappe Stunde da rumgegammelt, bis es endlich weiterging. Auch wenn es echte Perlen waren und vielleicht auch nicht sooo teuer, hatte ich einfach das nötige Kleingeld im Hotel gelassen...und das dazugehörige Interesse auch.

Sommerpalast

So ging es dann weiter zum Sommerpalast, beziehungsweise "the emperor's garden" (Kaiserlicher Garten), auch Yiheyuan - Garten des Friedens und der Harmonie. An der Stelle des heutigen Sommerpalastes lies der Kaiser im Jahr Qianlong einen riesigen See ausheben. Kaum zu glauben, dass dies wirklich Menschen mit bloßer Körperkraft getan haben.

Zu dem 290 km² großen Areal (Berge und See eingeschlossen), gehört auch der lange Korridor, einer der längsten Korridore in China. Dieser gewährte Schutz vor Sonne und Unwettern. Insgesamt ist dieser 728 m lang.

Ich kann nicht mehr sagen als idyllisch und wunderschön.

Danach wurde wieder versucht Ware an den Mann zu bringen. Diesmal in einem Teehaus. Dort haben wir die Kust des Chinesischen Teetrinkens kennengelernt. Es war eine interessante Vorstellung und diesmal haben sie auch mich gekriegt. Ich habe Tee gekauft. Wahrscheinlich völlig überteuert, aber sehr aromatisch!

Das war auch unser letzter Aufenthalt. Jetzt ging es wieder zurück ins Hotel.

Und daraufhin sofort wieder los zum Abendessen - ohne Fleisch, dafür mit gerösteten Insekten, die ich NICHT probiert habe, auch wenn es sooo lecker ist...

Abends ging es dann wieder in eine Karaoke Bar - schon wieder. Ich fand es nich soo cool, aber gut, den Chinesen macht es Spaß, abgesehen davon, dass einer der Kursteilnehmer Fieber bekommen hat und dann da im Raum zusammengesackt ist und wir versucht haben das Fieber mit Mühe und Not zu senken, um ihn transportfähig zu machen. Leider gab es kein Taxi. Also mussten Autos gemietet werden. MIr tat das wirklich Leid und ich war froh, als der Abend vorbei war.

Dienstag, 31.5.:

Am nächsten Tag wollten alle schon früh morgens abreisen. Ich hab schon Panik bekommen, weil ich den Platz des Himmlischen Friedens doch noch gar nicht gesehen habe!!! So habe ich dann erst beschlossen alleine in Peking zu bleiben, bis einer der Kursteilnehmer gesagt hat, dass es AUF KEINEN FALL ginge, denn ich bräuchte doch einen Tourguide^^ so hat er sich dazu bereiterklärt mit mir in Peking zu bleiben um mir diesen Platz zu zeigen. Das fand ich wiklich nett!

Platz des Himmlischen Friedens - Tian'anmen Platz

Der Tian'anmen Platz soll einer der gößten öffentlichen Plätze der Welt sein, mit einer Gesamtfläche von 39,6 ha. Im Norden des Platzes befindet sich das Tian'anmen, das Tor des himmlischen Friedens, hinter dem sich der Kaiserpalast befindet. Auf diesem Platz kann man das "Denkmal für die Helden des Volkes" sehen. Außerdem sieht man von diesem Platz aus im Westen die "Große Halle des Volkes" und im Osten das chinesische Nationalmuseum. Im Süden wurde ein Mausoleum errichtet, in dem sich die mumifizierte Leiche von Mao Zedong befindet.

Um auf diesen Platz zu gelangen muss man sich einigen Sicherheitskontrollen unterziehen. So wurde das Gepäck überprüft und beigeführte Getränke in größeren Flaschen wurden geöffnet und nach gefährlichen Mitteln per Geruchstest überprüft. Außerdem wurden alle nach Sprengstoffgürteln abgetastet. Obwohl man weiß, dass man nichts bei sich führt, hat man doch zittrige Knie.

Danach, wir haben es in der Hitze nicht lange ausgehalten, haben wir noch ein paar Souvenirs eingekauft und ich habe einen H&M gefunden!!!

Zum Schluss haben wir etwas gegessen und dann hatten wir es doch recht eilig, weil wir einen Zug früher bekommen wollten, allerdings war Stau... Doch im Endeffekt ging alles gut und wir haben unsere Tickets noch umtauschen können. Abends um halb acht sind wir dann in Taiyuan angekommen.

Eine tolle Reise, die sich wirklich gelohnt hat!!!